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Bildungszentrum Wald Lyss

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Tel. +41 (0)32 387 49 11
Fax +41 (0)32 387 49 30

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BZW Lyss bietet eintägige Ameisen-Fortbildungskurse


Ameisen: geliebt, geschützt, vergiftet, zerstört, gezüchtet und gefördert

Von André Meyrat*, Bildungszentrum Wald Lyss

„Googeln“ wir im Internet, erhalten wir in 0,63 Sekunden 740‘000 Seiten zum Thema Ameisen. Alle von uns erkennen diese Insekten, aber den wenigsten sind sie wirklich bekannt. Ameisen sind wichtige Nützlinge im Wald, aber leider ist an vielen Orten festzustellen, dass der Bestand an Ameisenvölkern rückläufig ist. Auch die Waldwirtschaft leistet dazu ihren unrühmlichen Beitrag. Das Bildungszentrum Wald Lyss organisiert deshalb in Zusammenarbeit mit dem BAFU und deutschen Fachleuten einen Fortbildungskurs zum Ameisenschutz.


In der Schweiz gibt es mehr als hundert Ameisenarten. Davon sind nur acht Arten geschützt. Deshalb ist der Bestand an Waldameisen in den heimischen Wäldern oder an Waldrändern stark zurückgegangen.
Ein grosser Teil der Bevölkerung kennt die Schutzmassnahmen für, schützenswerte Ameisenarten nicht. Es kommt daher immer wieder vor, dass "störende" Ameisenhaufen ganz einfach vernichtet werden.
Schuld am Rückgang der Ameisen sind zahlreiche menschliche Eingriffe in deren Lebensraum:

  • Bau von Verkehrswegen und Siedlungen
  • Schneeräumung und Salzeinsatz
  • Anlegen von Rückegassen und Maschinenwegen
  • Holzerntearbeiten: u. a. Vollerntereinsatz
  • Holzrücken: Langholz- und Baumverfahren
  • Seilkraneinsatz mit Vollbaumbringung
  • Naturkatastrophen / Sturmschäden
  • Ausbringung von Pestiziden und Insektiziden
  • Hoher Wildschweinbestand

Gerade mit dem Einzug der mechanisierten Holzernte sind in den vergangenen Jahren viele Ameisennester verschwunden. Für einen Vollernterfahrer sind die Ameisenhaufen auf einer Distanz von 20 Metern und mehr kaum mehr zu sehen. In der kalten Holzerntezeit haben sich die Waldameisen in Ihre Nester zurückgezogen und überwintern dort. Eine Zerstörung der schützenden Nestkuppel bedeutet in dieser Jahreszeit den Tod für das ganze Ameisenvolk.
Mit einem gezielten Schutz und mit wenigen Massnahmen in der Holzernte könnten die noch vorhandenen Bestände jedoch erhalten werden.


Umsiedlung von Ameisenhaufen
Auch dort wo das Zusammenleben zwischen Mensch und Ameisen Probleme bereitet, können diese nützlichen Tiere gerettet werden: Ameisenhaufen können, unter Berücksichtigung gewisser Regeln, umgesiedelt werden. Allerdings muss zuerst immer geprüft werden, ob es eine keine Alternative zur Umsiedlung gibt; denn bei einer Umsiedlung kann nicht verhindert werden, dass ein Teil des Ameisenbestandes zerstört wird. Eine Umsiedlung darf daher nur im äussersten Notfall vorgenommen werden.
Um den Ameisenschutz in der Praxis umzusetzen bietet das BZW Lyss in Zusammenarbeit mit dem BAFU und ausgewiesenen Fachleuten einen eintägigen Weiterbildungskurs für Betriebsleiter, Vorarbeiter und Maschinisten an. Details dazu entnehmen Sie bitte dem Inserat in dieser Ausgabe.
Zum Kursinhalt gehören unter anderem einfache Artenbestimmung, allgemeine Biologie und eine Rettungsumsiedlung der Hügelbauenden Waldameisen.
Das vermittelte Fachwissen kann in der täglichen Arbeit wie im Waldbau, bei der Feinerschliessungsplanung, bei der Holzschlagplanung und bei der nächsten Waldführung mit Kindern oder Erwachsenen gut umgesetzt werden.

                                                                                                              
*André Meyrat ist Förster und Erwachsenenbildner und arbeitet seit vielen Jahren als Fachlehrer für Holzerntetechnik, Forstschutz sowie Wildtier- und Jagdkunde am BZW Lyss.

 

   
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